Eine neue Gruppe des Linke.SDS
nicht veröffentlicht (geschrieben
für das uni-spezial der jungen Welt), 3. Dezember 2007
von Franziska Reute und David Noack
Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald an der Ostseeküste
Vorpommerns hat ungefähr 53.000 Einwohner, davon 11.000 Studenten.
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität ist eine der ältesten Universitäten
Deutschlands und mit knapp 5000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber
der Stadt. Was die Studenten betrifft ist die Universität bisher sehr
unpolitisch. Über die Sitze im Studierendenparlament wird nicht über
Listen, sondern nach direkter Wahl abgestimmt. Der Ring Christlich-Demokratischer
Studenten und die Liberale Hochschulgruppe dominieren zurzeit die Vertretung
der Studierenden – obwohl das schwer zu überprüfen ist.
In Koordination mit dem Bundesvorstand des SDS hat eine kleine Gruppe von
Mitbegeisterten der Linken und von Mitgliedern der Linksjugend die Gründung
einer Hochschulgruppe in der Hansestadt ins Rollen gebracht. Da in mehreren
Studiengängen der Numerus Clausus abgeschafft wurde, es keine Studiengebühren
gibt und der Semesterbeitrag sehr gering ist, steigt die Zahl der Studenten
jährlich immer weiter. Unter ihnen gibt es durchaus Potenzial, damit
die Gruppe des Linke.SDS eine linke Politik vor Ort gestalten kann. Das
erste Sympathisantentreffen hat gezeigt, dass das Spektrum der StudentInnen,
welche sich dem neoliberalen Umbau der Hochschule entgegenstellen wollen,
von der ver.di-Jugend bis hin zu Mitgliedern der DKP reicht. Denn die Liste
an Problemen, die durch antidemokratische und sparwütige Tendenzen
der Universitätsleitung entstehen, ist lang. Sie reicht von der miserablen
Wohnungssituation über die Regeln der Wahl des Studierendenparlaments
bis zu den Unikindergärten. Die Hochschulgruppe „Die Linke.SDS
Greifswald“ steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch das engagierte
Wirken der motivierten linken Studenten wird auf eine Veränderung der
Studienbedingungen hinarbeiten.
